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Energiewende: Wunschdenken versus Wissenschaft und Technik

Gastbeitrag / Marketing-Anzeige

Erscheinungsdatum:

03. November 2023

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Dr. Joachim Berlenbach: "Die Energiewende verursacht eine wirtschaftliche Revolution."

Früher wurden „Quantensprünge” in der technischen Entwicklung, wie die Einführung der Dampfmaschine, des Verbrennungsmotors oder die dritte industrielle Revolution durch Ingenieure und Wissenschaftler getrieben. Politik und Wirtschaft folgten lediglich dem, was technisch und wissenschaftlich möglich war. Heute wird die Energiewende von Politik und Lobbygruppen forciert, um „Net Zero“ zu erreichen. 

Der Geologe und Fondsberater Dr. Joachim Berlenbach, Earth Resource Investments, erklärt im Gastbeitrag die Auswirkungen daraus, wenn sich regulatorische Forderungen an Industrie- und Energieproduzenten überbieten und andere Länder die Energiewende außen vor lassen. Er zeigt zudem Anlegern Chancen auf, um an einer möglichen Preisexplosion der Energie- und Industrierohstoffe zu partizipieren.

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Dr. Joachim Berlenbach, Geologe und Fondsberater, Earth Resource Investments

Die Energiewende, vielmehr der dirigierte Übergang von Energieerzeugung aus fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energien (Wind- und Sonnenenergie), verursacht eine wirtschaftliche Revolution, die in ihrer Bedeutung für unsere Gesellschaft mit der Einführung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert oder der „dritten industriellen Revolution”, also der Automatisierung und Vernetzung durch Elektronik und IT ab den 1970er Jahren, verglichen werden kann. In der gesellschaftlichen Entwicklung wurden in der Vergangenheit solche „Quantensprünge“ durch Ingenieure und Wissenschaftler getrieben. Politik und Wirtschaft folgten dem, was technisch und wissenschaftlich möglich war.

Andere Länder, „andere Sitten“

Mit der von Politik und Lobbygruppen forcierten Energiewende verhält es sich aus meiner Sicht anders: Hier überbieten sich die politischen Forderungen an die Industrie- und Energieproduzenten, um „Net Zero 2050” zu erreichen, ohne dass die Politiker meiner Meinung nach verstehen, wie groß die technischen und wissenschaftlichen Hürden für diese herausfordernden Klimaziele sind. Öl, Gas und Kernenergie (Uran) bleiben bei vielen auf Nachhaltigkeit fokussierten Investoren verpönt. Doch im globalen Kontext drücken die Länder, die entscheidend für eine Reduktion von CO2 und Methan sind, bei der Energieproduktion aus fossilen Brennstoffen kräftig aufs Gaspedal: Die chinesischen Behörden genehmigten 2022 beispielsweise den Bau neuer Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 106 Gigawatt. Das entspricht etwa zwei großen Kraftwerksblöcken pro Woche! Es bleibt auch abzuwarten, ob die globale Ölnachfrage mittelfristig reduziert werden kann. Die europäische Klimapolitik wird die Entwicklung vermutlich eher nicht beeinflussen.

Trotz Gegenwind: Kupfernachfrage erreicht Rekordhoch

Die weltweite Ölnachfrage wird bis zum vierten Quartal dieses Jahres um drei Millionen auf insgesamt 103 Millionen Barrel pro Tag steigen , also um etwa drei Prozent, und damit einen neuen Rekord erreichen. Allein Chinas und Indiens Ölnachfrage könnte sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 zusätzlich um zwei Millionen Barrel pro Tag erhöhen. Gleichzeitig dominiert China aber auch den Weltmarkt für silber- und kupferintensive Photovoltaiktechnologie. Dies sollte nicht überraschen, denn für eine global steigende Energienachfrage werden wir zukünftig sowohl fossile als auch erneuerbare Energieträger benötigen. Aus diesem Grund hat die Kupfernachfrage trotz des Gegenwinds für die globale Wirtschaft ebenfalls ein Rekordhoch erreicht, gleichzeitig stehen die Lagerbestände auf einem Rekordtiefpunkt. Auf der Angebotsseite wird es zunehmend enger, sowohl für Öl als auch bei den für die Energiewende benötigten „critical raw materials”.

Wachsende Weltbevölkerung beschleunigt Energie- und Rohstoffnachfrage

Die Energiewende kann meiner Meinung nach nicht mit Lippenbekenntnissen und übereifriger Regulierung herbeigeführt werden. Als Beispiel sei eine der wohlgemeinten EU-Bestrebungen genannt, wonach bis 2030 mindestens zehn Prozent des EU-Jahresverbrauchs kritischer Rohstoffe aus dem europäischen Raum zu gewinnen seien . Dieser „Meilenstein” des „Green Deals” kann nach meiner Einschätzung leider nur ein wohlgemeinter Wunsch bleiben, denn Europa hat einfach nicht die geologischen Lagerstätten, um auch nur annähernd das vorgegebene Produktionsziel zu erreichen. Die Abhängigkeit von Ländern, die noch große Vorkommen kritischer Rohstoffe besitzen, wie Chile und Kongo, aber auch China (Seltene Erden), wird absolut bleiben. Die Abhängigkeit wird sich vermutlich in meinen Augen noch verschärfen, da mit einem weiter steigenden Bedarf an Energierohstoffen wie Öl und Kupfer (das wichtigste Metall für erneuerbare Energien aufgrund seiner elektrischen Leitfähigkeit) gerechnet werden muss, unabhängig von einer Energiewende. Denn mit wachsender Weltbevölkerung und steigendem Bruttosozialprodukt der großen Schwellenländer Indien und China wird sich auch die Energie- und Rohstoffnachfrage beschleunigen.

Partizipation an möglicher Preisexplosion

Nach unserer Erfahrung sehen nur wenige Investoren, mit denen wir sprechen, aktuell einen Bedarf, ihren Portfolios Rohstoffanlagen beizufügen. Die niedrigen Bewertungen von Öl- und Industriemetallfirmen, trotz rekordverdächtiger Finanzresultate , unterstützen diese Einschätzung. Für Investoren mit Weitblick bietet sich daher ein idealer Einstiegszeitpunkt für Rohstoffaktien, die mit solidem Wachstumspotenzial überzeugen können. Mit dem Earth Exploration Fund UI (ISIN DE000A1C2XE1 (AK EUR I), DE000A0J3UF6 (AK EUR R)) haben Investoren zum Beispiel die Möglichkeit, an der unseres Erachtens kommenden Preisexplosion bei Energie- und Industrierohstoffen, aber auch bei Gold zu partizipieren. Die sich verschärfenden Engpässe im gesamten Rohstoffsektor würden die Energie- und Rohstoffpreise und damit die Inflation beflügeln. Auch physisches Gold und Goldaktien, als ultimativer Inflationsschutz, würden dann zu der von uns erwarteten Outperformance dieses lange „ignorierten” Sektors beitragen.

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