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Mittelstandsaktien sind unser Renditetreiber – aber Flexibilität entscheidet über den Erfolg

<span style="color: #333333; background-color: #ffffff;">Marketing-Anzeige</span>

Autor: Marc Niemann, Jörg Rahn , 3D Invest

Erscheinungsdatum:

12. März 2026

3D-Invest_Team
Marc Niemann (l.) und Dr. Jörg Rahn, Gründer und Geschäftsführer von 3D Invest

Die Geschäftsführung von 3D Invest im Gespräch: Mit Mittelstandsaktien, Qualitätswerten und gezielter Flexibilität zu Rendite, Stabilität und langfristigem Wachstum.

Hohe Renditechancen von Mittelstandsaktien kombiniert mit der Stabilität globaler Qualitätsaktien und der Sicherheit von Gold und Staatsanleihen: Geben Sie uns einen Einblick in Ihr Anlagekonzept?

Jörg Rahn: Um Alpha gegenüber dem Markt zu erzielen, setzen wir gezielt auf Mittelstandsaktien, vorrangig aus dem deutschsprachigen Raum. Sie sind ein wichtiger Renditetreiber im Portfolio. Für stets ausreichend Liquidität im Portfolio und für eine stabile Wertentwicklung investieren wir zudem in globale Qualitätsaktien.

Gleichzeitig ist Flexibilität für uns entscheidend: Wir halten Mittelstandsaktien nicht dauerhaft, sondern passen ihre Gewichtung an das Marktumfeld an und vermeiden auf diese Weise ungünstige Einstiegsphasen. Entsprechend variiert der Anteil von Mittelstandsaktien in unserem Portfolio je nach Marktlage zwischen 15 und 70 Prozent.

Was beeinflusst die Bandbreiten der Gewichtungen?

Rahn: Die konkreten Gewichtungen ergeben sich aus unserer gesamtwirtschaftlichen Einschätzung und unserem aktuellen Blick auf die Märkte. Wir analysieren die Kapitalmärkte zunächst aus der übergeordneten Top-down-Perspektive. Als Volkswirt und CIO behalte ich dabei die Asset-Allokation im Auge. Marc ergänzt diesen Ansatz durch eine Bottom-up-Analyse: Er prüft die Bewertungen einzelner Titel und schätzt daraus die Aussichten für die kommenden Monate ein.

Marc Niemann: Dazu stehe ich im engen, direkten Austausch mit den Vorständen von Small- und Mid-Cap-Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Regionen – ebenso mit Investoren. Ergänzend führe ich Gespräche mit Produktionsleitern und Produktverantwortlichen vor Ort. Auf diese Weise entsteht ein sehr konkreter Eindruck von der Stimmung innerhalb der Unternehmen.
„Neben dem Austausch mit den Vorständen von Small- und Mid-Cap-Unternehmen führe ich Gespräche mit Produktionsleitern und Produktverantwortlichen vor Ort.“  Marc Niemann, Mitgründer und Geschäftsführer von 3D Invest

Dieser Ansatz hat durchaus eine Nähe zur Behavioral Finance, also der Analyse von Anlegerverhalten und psychologischen Faktoren an den Kapitalmärkten: Wie viel Optimismus oder Pessimismus ist bereits in den Kursen eingepreist? Wie stark sind Anleger über ETFs in einzelnen Segmenten positioniert? Und spiegeln die aktuellen Aktienkurse die tatsächliche operative Entwicklung der Unternehmen wider?

Derzeit dominiert an den Märkten ein ausgeprägter Pessimismus – sowohl bei Unternehmen als auch bei Investoren. Viele Investitionen wurden in den vergangenen Jahren hinausgeschoben. Impulse wie das deutsche Infrastrukturpaket könnten nun den Anstoß geben, dass sich die Investitionstätigkeit und damit auch die Märkte schrittweise erholen. Das kann unter Umständen aber auch ganz schnell gehen – lassen wir uns überraschen.

Wo sehen Sie aktuell Chancen bei Small- und Mid-Caps?

Niemann: Bei Unternehmen im IT-Servicebereich, etwa bei Bechtle und Allgeier. Beide IT-Dienstleister unterstützen ihre Kunden, darunter viele Behörden, im In- und Ausland mit umfassenden Software- und IT-Services bei den Herausforderungen des digitalen Wandels sowie der Digitalisierung und Transformation geschäftskritischer Prozesse – hier sehen wir deutliches Potenzial.

Weitere Unternehmen aus dem Small- und Mid-Cap-Bereich verstärken das Portfolio, um die stetige Handelbarkeit sicherzustellen. Denn wir wollen vermeiden, in Situationen zu geraten, in denen Positionen nur schwer oder nicht schnell genug veräußert werden können. Wir achten daher sehr genau auf die Gewichtung einzelner Titel. Je kleiner die Marktkapitalisierung eines Unternehmens, desto höher müssen unsere Überzeugung und das Kurspotenzial sein, damit das Chance‑Risiko‑Profil attraktiv bleibt.

Wo liegen Chancen bei globalen Qualitätsaktien?

Rahn: Wir setzen auf Unternehmen mit einer sehr starken Marktposition oder einer Monopolstellung. Dazu gehören Softwareunternehmen wie Alphabet, Paychex und Salesforce, die sich durch wiederkehrende Umsätze und Erträge hervorheben. Auch Duopole wie Mastercard und Visa sind für uns interessant. Die Entwicklung von künstlicher Intelligenz wird deren Geschäftsmodelle voraussichtlich nur wenig gefährden – im Gegenteil, sie könnten dadurch sogar profitieren.

Wenn Sie heute auf die kurze Zeitspanne seit Gründung von 3D Invest zurückblicken – welche Ausgangserwartungen haben sich bestätigt, welche wurden übertroffen, und welche Herausforderungen haben sich ergeben?

Rahn: Positiv hervorzuheben ist, dass uns die Anleger bereits in der Anfangsphase sehr viel Vertrauen entgegengebracht haben. Beim verwalteten Kapital liegen wir deutlich über dem Plan. Die Performance wiederum hat unsere Erwartungen erfüllt; wir haben im ersten Jahr die anvisierten 10 Prozent nach Kosten erreicht.  Vom Small-Cap-Segment hatten wir uns zwar mehr erhofft - zugleich sehen wir hier nach wie vor erhebliches Aufholpotenzial.  Nach einem guten Start ins Jahr 2025, waren die Kurse der Werte zum Jahresende wieder rückläufig. Erfreulich ist, dass wir trotzdem eine gute Performance erzielen konnten – während die Bewertungen der Small Caps noch einiges an Spielraum aufweisen.

Was muss passieren, damit es bei Small Caps besser läuft?

Rahn: Entscheidend ist die Entwicklung der Geldmenge. Der Markt verfügt zwar über ausreichend Liquidität, aber nicht im Übermaß. Solange führende KI-Technologieunternehmen weiterhin so viel Kapital anziehen, ist kaum mit einer Veränderung der Situation zu rechnen.

Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, wie Small Caps wieder stärker profitieren könnten:

Durch eine Zunahme an Liquidität: Die US-Notenbank Fed steht unter Druck die Zinsen zu senken. Möglicherweise hat darüber hinaus auch die EZB noch Spielraum. In China sehen wir diese Stimuli-Maßnahmen bereits.

Es kommt zu einem Favoritenwechsel: Die Anziehungskraft des aktuell dominanten KI-Themas lässt nach, die Kurse der betreffenden Titel korrigieren nach unten. In einer Schwächephase der Märkte ist KI bisher ein relativ losgelöstes, autarkes Thema gewesen, das viel spekulatives Geld auf der Suche nach kurzfristigem Gewinn angezogen hat. Es könnte jedoch zu einer Sektorrotation kommen, vor allem dann, wenn die globale Konjunktur in der Breite wieder anzieht. Ein Anziehen der Konjunktur dürfte vor allem auch dem Standort Deutschland zugutekommen.

Niemann: Unser Fonds ist auf beide Szenarien gut vorbereitet. Mit deutschen Industrietiteln wie Jungheinrich, einem Anbieter von Intra-Logistiklösungen, der bislang hinter dem Wettbewerber Kion zurückblieb, oder dem Nutzfahrzeugzulieferer Jost-Werke setzen wir auf aussichtsreiche Unternehmen. Auch US-Qualitätsunternehmen wie Mettler-Toledo, spezialisiert auf Präzisionswaagen für den professionellen Einsatz, gehören zu unseren Favoriten für einen Konjunkturaufschwung.

Wie haben Sie als Team zueinandergefunden, und welche Schritte waren entscheidend, um aus ersten Ideen ein konsistentes Investmentkonzept zu formen?

Niemann: Wir sind Ex-Kollegen mit einem Altersunterschied von sieben Jahren. Die gegenseitige Wertschätzung hat uns schon früher zusammengeführt, schnell war der eine vom anderen überzeugt: Jörg verfügt über herausragende Fachkompetenz, er macht seine Arbeit exzellent, ist ehrlich und vertritt Werte, die mit den eigenen zusammenpassen. Eine gute Zusammenarbeit ist nur auf Basis gegenseitiger Wertschätzung möglich. Bei der täglichen Arbeit ist das das A und O. Das Miteinander läuft hervorragend.

Sie verfolgen unterschiedliche analytische und strategische Herangehensweisen. Wie entsteht daraus ein Mehrwert für das Portfolio?

Niemann: Wir ergänzen uns einfach gut. Jörg kommt aus der Vermögensverwaltung, ich aus dem Small- und Mid-Cap-Investmentbanking. Wir beide verfügen über ein sich ergänzendes Netzwerk, woraus sich viel Potenzial schöpfen lässt. Gleichzeitig gibt es bei uns eine klare Aufgabentrennung. Ich bin auf das Stockpicking bei Small- und Mid-Caps spezialisiert, während Jörg das Gesamtportfolio steuert und die Gewichtungen im Kontext der makroökonomischen Lage festlegt. Daher haben wir derzeit beispielsweise eine höhere China-Gewichtung sowie eine höhere Gewichtung bei Edelmetallen, deren Kurschancen wir nach wie vor für attraktiv halten. Jeder von uns hat ganz klar seinen Fokus – das Zusammenspiel macht unser Vorgehen besonders effektiv.

Rahn: Das Small-Cap-Thema ist sehr arbeitsintensiv. Es ist wichtig, an den Unternehmen nah dran zu sein und die News zu verfolgen. Qualitätsaktien sind hingegen relativ stabil, liefern aber nur wenig zusätzliches Alpha. Deshalb kann ich mich stärker auf übergeordnete Themen wie Vertrieb und Unternehmensentwicklung konzentrieren.

Ihr Ansatz wurde bereits mit dem Boutiquen Award gewürdigt. Welche Aspekte Ihrer Arbeit wurden aus Ihrer Sicht besonders positiv bewertet?

Rahn: 3D Invest wurde bei den Boutiquen Awards 2025 als „Bester Newcomer 2025“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt die herausragende Leistung des jungen Unternehmens in der Fondsboutiquen-Szene – insbesondere die hohen Mittelzuflüsse sowie das ausgeprägte soziale Engagement. Auszeichnungen wie diese stärken unsere Visibilität im Markt, was sich letztlich positiv auf unsere Positionierung im Markt auswirken sollte.

Sie haben einen wohltätigen Verein gegründet und spenden einen Teil Ihrer Performance-Gebühren. Was war die Motivation hinter diesem Schritt?

Rahn: Viele Asset Manager geben Mittel für soziale Projekte frei. Was uns unterscheidet: Wir stützen uns nicht auf große Hilfsorganisationen mit umfänglichem Apparat zur Organisation der Projekte, sondern investieren direkt. In unserem Fall in ein Waisenhaus in Kenia. Unterkunft und Verpflegung werden von den Menschen vor Ort organisiert; wir kümmern uns um die Bildung der Kinder und Heranwachsenden, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Etwas, das in Afrika ohne Eltern und Familie schwerer als in anderen Erdteilen fällt, auch wenn sich der Kontinent vielerorts rasant entwickelt. Der Kontakt zum Waisenhaus kam über eine Freundin zustande, die dort tätig ist und die lokalen Gegebenheiten bestens kennt.

Hin und wieder bin ich selbst in Kenia und überzeuge mich von der Wirksamkeit unserer Hilfsanstrengungen. Die Dankbarkeit der jungen Menschen ist dabei sehr bewegend. Einer unserer Schützlinge hat kürzlich ein Universitätsstudium aufgenommen – solche Erfolge machen uns sehr stolz.

Zu den Interviewten

Dr. Jörg Rahn hat seit dem Jahr 2008 als Leiter der Vermögensverwaltung und als Chief Investment Officer in Banken und Family Offices die Vermögensverwaltung für Kunden mit Anlagevolumina von einigen Hunderttausend bis hin zu mehreren Milliarden Euro erfolgreich durch verschiedene Krisen geführt. Dabei behält er stets den globalen wirtschaftlichen Überblick und analysiert Entwicklungen weltweit.

Marc Niemann ist einer der erfolgreichsten Investmentratgeber für deutsche Mittelstandsaktien. Seit dem Jahr 2000 interessiert sich Marc für dieses Marktsegment und verfügt über fundiertes Wissen von über 200 deutschsprachigen Unternehmen. Zudem zeichnet er sich durch ein ausgeprägtes Kapitalmarktgespür aus.

Hinweis: Dieses Interview ist in Kooperation mit DAS INVESTMENT entstanden und erstmals am 1.2.2026 erstmals auf dasinvestment.com erschienen.

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