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„Wir stehen ganz am Anfang des Runs zu neuen Höhen im Goldpreis“
Erscheinungsdatum:
13. Oktober 2024
Der Schwerpunkt des Earth Gold Fund UI (ISIN: DE000A0Q2SD8) liegt auf Aktien aus dem Small- und Mid-Cap-Sektor. Geologe und Fondsmanager Dr. Joachim Berlenbach spricht im Interview über die Vorteile des kleinen spezialisierten Fondsanbieters Earth Resource Investments – und warum für Goldanleger die Rallye jetzt erst losgeht.
Dr. Joachim Berlenbach: Die Aufwärtsdynamik für den Goldpreis setzt sich aus vielfältigen Faktoren zusammen: Der anstehende Zinszyklus mit fallenden Zinsen, Zentralbankkäufe – hier vor allem auch China –, De-Dollarisierung der Schwellenländer, ETF- sowie „Safe-Haven“-Käufe und ein globaler Produktions-Peak.
Alles zusammen führt dazu, dass der Goldpreis derzeit ein Feuerwerk entfacht, bei dem viele Anleger staunen und manche wehmütig auf vermeintlich verpasste Chancen zurückblicken lässt. Wir bei Earth Resource Investments sind anderer Meinung. Wir glauben, dass der Goldpreis seinen neuen, steilen Aufwärtszyklus erst begonnen hat und Anlegern aktuell einen idealen Einstiegspunkt bietet. Dabei gibt es derzeit nur wenige Anleger, die sich den Goldpreis anschauen und auch die Goldminenaktien in den Blick nehmen. Es gibt noch überhaupt keinen Herdenlauf. Dabei könnte sich der Kursanstieg mit Preissteigerungen von 50 bis 60 US-Dollar am Tag lebhaft fortsetzen.
Zum Vergleich: Der Goldpreis notierte zum Jahresbeginn bei 2.063 US-Dollar (USD) pro Feinunze und stieg bis Ende August um über 21 Prozent auf 2.503 USD. Inzwischen hat er die Marke von 2.600 USD pro Unze überschritten.
Hat der Goldpreis weiteres Potenzial?
Dr. Berlenbach: Wer hätte Anfang des Jahres gedacht, dass der Goldpreis so hoch steht, wie jetzt? Sobald die Fed mit ihrem Lockerungszyklus loslegt, könnte es nachhaltig nach oben gehen. Sinkende Zinsen verringern die Opportunitätskosten für Gold als Anlagewert ohne laufende Verzinsung.
Zunehmend sollte auch die Verschuldung der Industriestaaten ein Thema für „Safe-Haven“- Käufe von Gold sein: So ignorieren viele Marktteilnehmer die Zinsaufwendungen der USA für ihre massive und weiter steigende Verschuldung in Höhe von mittlerweile über einer Billion US-Dollar pro Jahr. Damit übersteigen die Zinsaufwände den Militärhaushalt 2023 von 916 Milliarden US-DollarD. Der Historiker Niall Ferguson hat einmal argumentiert, dass eine Großmacht, die mehr für den Schuldendienst als für die Verteidigung ausgibt, nicht sehr lange „großartig“ bleiben kann. Die US-Verschuldung wird sich voraussichtlich weiter erhöhen, denn von beiden Präsidentschaftskandidaten wird erwartet, dass sie das US-Defizit weiter aufblasen. Infolgedessen wird die Geldentwertung weitergehen, was für den Besitz von Gold spricht. Ich bin kein Advokat eines Goldpreises von 4.000 bis 5.000 US-Dollar pro Feinunze, aber ich sehe weitere Preissteigerungen, weil die Verschuldungsspirale sich weiterdreht.
Wann springen die Goldaktien an?
Dr. Berlenbach: Viele der großen Player der Branche, Barrick Gold und Newmont Mining, haben bereits um ungefähr 30 Prozent seit Jahresbeginn zugelegt. Aber ja, eigentlich sollten Minenaktien ein Hebel auf den Goldpreis sein. Das ist in den aktuellen Kursen noch nicht zu sehen.
Was muss passieren, damit sich das ändert?
Dr. Berlenbach: Unsere vierteljährlichen Analysen zeigen: Die Minengesellschaften geben einen Teil ihrer Gewinne nicht an die Anleger in Form von Aktienrückkäufen oder Dividenden zurück, sondern investieren in die Erschließung neuer Minen. Zur Erinnerung: In den Jahren 2013/14 sackte der Goldpreis unter die Kosten der Minenproduzenten. Daraufhin fielen die Aktien bildlich gesprochen von der Klippe. Viele Investoren in Minenaktien haben sich damals die Finger verbrannt und sind als Investoren in den Folgejahren ausgefallen. Auch die Produzenten wurden vorsichtig. Sie kauften nicht mehr so viele neue Projekte ein und achteten auf Kosteneffizienz. Daraufhin sind die Produktionskosten gesunken und viele Minen sind jetzt dank guter Margen wieder profitabel – umso mehr, als der Goldpreis durch die Decke geht. Doch gleichzeitig sind in den vergangenen zehn Jahren – auch angesichts global sinkender Erzgehalte – weniger neue Minenprojekte erschlossen worden, was die Verfügbarkeit von frisch gefördertem Gold eingeschränkt hat.
Damit Anleger verstärkt in den Goldminensektor drängen, müssen die Erträge der Minengesellschaften sichtbar steigen. Dazu muss der Goldpreis schneller steigen als die Inflation bei den Produktionskosten.
Aktienrückkäufe wären hilfreich, aber auch hohe Dividenden, wie sie beispielsweise viele Rohstoffkonzerne zahlen.
Dr. Berlenbach: Die Produzenten müssen sich in der Tat auf die Schaffung von Shareholder-Value konzentrieren. Die Anleger machen seit einigen Jahren starken Druck auf die Unternehmen, damit sie die Dividenden erhöhen. Es ist diese Thematik, die die Aktien noch nicht von der Leine lässt. Goldproduzenten gehören zu den Unternehmen mit den niedrigsten Dividenden am Markt. Durchschnittlich liegt die Dividendenrendite bei 1,5 bis 2 Prozent. Zum Vergleich: In der Ölindustrie bewegen sich die Dividendenrenditen zwischen 6 bis 10 Prozent. Kurz gesagt: Angesichts der jetzt starken Kursavancen bei Gold dürfen die Produzenten keinesfalls zur schlechten Politik der Jahre 2012/13 zurückkehren und ihre Kostendisziplin schleifen lassen. Denn eines ist sicher: Die Kosteninflation wird weitergehen.
Inwiefern?
Dr. Berlenbach: Es gibt ein riesiges Problem mit den Lohnkosten, weil es immer schwieriger wird, qualifizierte Leute zu finden. Das gilt sowohl für Bergbauingenieure, Geologen und Metallurgen als auch für Truck-Driver. Die Gehälter werden weiterhin nach oben gehen – ich kann jedem jungen Menschen nur empfehlen, Bergbauingenieurswesen zu studieren. Da sieht man nicht nur die Welt, sondern verdient auch gutes Geld.
Sobald die Fed ihren Zinssenkungszyklus verstärkt, wird aller Voraussicht nach ein Feuerwerk beim Goldpreis einsetzen. Es wird viele Investoren geben, die bekümmert den Kursen der Minenaktien hinterherschauen und sagen, wir haben den Einstieg verpasst. Ich glaube nicht, dass die Investoren den Einstieg verpasst haben. Im Gegenteil, wir stehen ganz am Anfang des Runs zu neuen Höhen im Goldpreis, aber auch bei Rohstoffen insgesamt. Es gibt momentan keinen Sektor, der so attraktiv bewertet ist wie die Rohstoffindustrie. Die Ölaktien sind derweil mit Abstand als am interessantesten bewertet.
Was unterscheidet den Earth Gold Fund UI von anderen Mitbewerbern?
Dr. Berlenbach: Anleger können damit in Wachstumsunternehmen des Goldsektors investieren. Wir bleiben weg von den großen Firmen wie Barrick Gold und Co. Der Schwerpunkt liegt auf einer soliden Analyse von Gold- und Edelmetallproduzenten aller Marktkapitalisierungen, vorrangig auf Mid-Cap- Value- und Growth-Werten und auf Unternehmen aus dem M&A-Segment. Der Hintergrund: Die großen Produzenten müssen, um zu wachsen, kleinere Player übernehmen. Genau hier setzen wir an. Wir kaufen Übernahmekandidaten ins Portfolio, die aufgrund ihrer qualitativ hochwertigen Lagerstätten und soliden freien Cashflows bei gleichzeitig attraktiver Bewertung interessant sind.
Könnten Sie das am Beispiel näher erläutern?
Dr. Berlenbach: Wir interessieren uns vorzugsweise für Unternehmen, deren neue Projekte zur Erschließung von Lagerstätten noch nicht im Aktienpreis abgebildet sind, so wie es beispielsweise bei Kinross Gold mit seinem Great-Bear-Projekt in Kanada und Lundin Gold mit seinem Fruta-del-Norte-Projekt in Ecuador der Fall war. Bei beiden Unternehmen, die eine sehr ordentliche Dividendenrendite von 5 Prozent aufweisen, haben wir sehr gute Renditen durch frühzeitige Beteiligungen erzielt. Um schöne Erfolge zu erreichen, sind aber stets die Hausaufgaben zu machen. Wir fragen uns: Inwieweit sind neue Lagerstätten, die kurz vor der Erschließung stehen, bereits im Aktienpreis enthalten? Für unsere Portfoliounternehmen bauen wir Discounted-Cashflow-Modelle, einer der gängigsten Wege für die Bewertung von Unternehmen. Das Modell basiert auf der Annahme, dass sich der tatsächliche Wert eines Unternehmens aus den in der Zukunft für den Investor zur Verfügung stehenden Geldzuflüssen (Free Cash Flows) ableitet. Wir stellen immer wieder fest, dass sich nur wenige Marktteilnehmer – und manchmal auch niemand – um Informationen zu neuen Lagerstätten kümmern. Bei Dundee Precious Metals, eine kanadische Firma, war ich draußen auf der Lagerstätte in Serbien. Wenn dort in sechs Monaten gebohrt wird, so meine Überzeugung, kommen hier mindestens 200 Millionen US-Dollar mehr in den Aktienpreis. Wir haben daher in das Unternehmen investiert, bevor die Reserven deklariert wurden und die Aktie dann steil nach oben ging.
Sie analysieren die besonders renditeträchtigen, aber auch besonders risikoreichen Explorer genau. Was befähigt Ihr Team dazu, hier zu erfolgversprechenden Einschätzungen zu kommen?
Dr. Berlenbach: Mit Blick auf die Explorer kommt uns zugute, dass wir Geologen und Bergbauingenieure sind. Als Kinross Gold die Mine Great Bear für 1,9 Milliarden US-Dollar übernommen hat, war sie schon zuvor unsere größte Explorer-Position. Von Analysten in der Asset-Management-Branche hieß es: Viel zu teuer eingekauft. Dabei war es spottbillig, was Kinross Gold bezahlt hat. Jetzt, da alles läuft, überschlagen sich die Analysten mit ihren positiven Kommentaren.
Kurz gesagt: Unser 2008 aufgelegter Earth Gold Fund UI profitiert von der langjährigen Expertise des Analystenteams. Wir ERI-Analysten verfügen über eine duale Expertise, das heißt, wir sind entweder Geologen oder Bergbauingenieure mit Jahrzehnten an operativer Erfahrung in der Bergbauindustrie. BWLer und VWLer haben was drauf, aber sie können kein Goldportfolio managen, das funktioniert nicht.
Sie betreiben exklusives Stockpicking.
Dr. Berlenbach: Mit fachlicher und finanzieller Expertise betreiben wir Stockpicking, um mit unserem Goldfonds auf den Hit-Listen eine Outperformance zu erzielen. Und unsere Fondsgröße ermöglicht Flexibilität im Vergleich zu den Sektor-Flaggschiffen. Die großen Player der Branche kommen mit ihren Milliarden nicht in kleine und mittlere Unternehmen rein. Mit unserem Fondsvolumen von 220 Millionen Euro sind wir sehr wohl in der Lage, in aussichtsreiche kleine Produzenten zu investieren. Es gibt nicht viele Fonds und Fondsmanager, die das machen können.
Wir weisen einen soliden Track-Record in der Finanzindustrie als Analysten und Fondsmanager auf. Es gibt nur wenige Anlageprodukte, die sich auf die Anlage in die attraktiver bewerteten Small- und Mid-Cap-Unternehmen fokussieren. Einer der Gründe hierfür ist, dass Investitionen in diesem Marktsegment eine Kombination von soliden Industrie- wie auch Investment-Kenntnissen erfordern. Dies trifft insbesondere auf den Explorationssektor zu.
Was ist Ihre Zusammenfassung zur aktuellen Situation am Goldminenmarkt? ?
Dr. Berlenbach: Wir sind seit 2003 für die Anleger am Goldminenmarkt dabei und haben 2011 und 2012 die massive Aufwärtsdynamik in der Branche erlebt. Noch nie haben wir so attraktive Bewertungen für den Rohstoff- und insbesondere für den Goldsektor gesehen, wie derzeit. Wir stehen an einem Sweet Spot für Value-Investoren.
Hinweis: Dieses Interview ist in Kooperation mit DAS INVESTMENT entstanden und erstmals am 14.10.2024 erstmals auf dasinvestment.com erschienen.