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Jenseits von Gold: Wohin führt uns das nächste Kapitel im Superzyklus der Rohstoffe?

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Erscheinungsdatum:

16. Dezember 2025

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Der jüngste Aufwärtstrend bei Rohstoffen geht weit über die beeindruckende Goldrally der vergangenen Quartale hinaus. Während Edelmetalle weiterhin im Fokus vieler Marktteilnehmer stehen, erleben wir eine strukturelle Entwicklung im Energiesektor, die maßgebliche Auswirkungen auf globale Märkte, Energiepreise und die internationale 

Finanzpolitik haben dürfte. Für professionelle Investoren eröffnen sich in diesem Umfeld attraktive, zyklusübergreifende Einstiegschancen.

Ein Gastbeitrag von Dr. Joachim Berlenbach, Gründer und CEO, Earth Resource Investments AG

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Dr. Joachim Berlenbach, Geologe und Fondsberater, Earth Resource Investments
Gold im Rampenlicht – doch der Rohstoffkomplex ist breiter in Bewegung
Gold bleibt trotz der gesunden Korrektur im Oktober die stärkste Asset-Klasse des Jahres – getrieben durch strukturelle Faktoren wie steigende Staatsverschuldung, erwartete Zinssenkungen, robuste Zentralbankkäufe und zunehmendes institutionelles Interesse. Parallel dazu rücken Silber und ausgewählte strategische Rohstoffe wie die Seltenen Erden stärker in den Fokus. Dennoch zeigt sich der Rohstoffsektor insgesamt weiterhin deutlich unterinvestiert – ein Zustand, der im Hinblick auf die globale Energiedynamik kaum haltbar ist. Vor allem im Energiesegment – allen voran im Ölsektor – bilden sich Engpässe heraus, die das Potenzial für nachhaltige Preissteigerungen bergen.

Strukturelle Engpässe: Energienachfrage wächst schneller als das Angebot
Die weltweite Energienachfrage stieg 2024 um rund 2,2 Prozent – getragen von allen Energiearten: Fossile, erneuerbare und Kernenergie. Fossile Energieträger decken jedoch weiterhin etwa 80 Prozent des globalen Bedarfs und wachsen absolut stärker als erneuerbare Quellen. Wirtschaftswachstum in bevölkerungsreichen Schwellenländern wie Indien oder China ist ohne zusätzlichen Energieverbrauch nicht denkbar. Damit steigt die Rohstoffintensität der Weltwirtschaft weiter – entgegen aller Erwartungen eines schnellen „Peak Oil Demand“. Wenn ein Land wirtschaftlich wachsen möchte, d. h. ein höheres Bruttoinlandsprodukt anstrebt, braucht es Energie und damit unweigerlich verbunden mehr Rohstoffe (Grafik 1). Das bedeutet, dass die Welt – entgegen aller Hoffnung auf eine Energiewende – in der Zukunft mehr Öl benötigen wird, nicht weniger.

Fazit: Die Welt wird mittelfristig mehr Energie benötigen, nicht weniger, und damit mehr Rohstoffe in nahezu allen Segmenten.

Grafik 1 zeigt den Pro-Kopf-Energieverbrauch der jeweils 20 reichsten (nach Pro-Kopf-BIP) und bevölkerungsstärksten Länder, ausgedrückt in Fass Öl-äquivalentem Energieverbrauch in Abhängigkeit vom Pro-Kopf-BIP. Die bevölkerungsstärksten Schwellenländer (linke untere Ecke), allen voran China und Indien, werden bei der zukünftigen Entwicklung des Energieverbrauchs den Ton angeben.

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Grafik 1. Quellen: World Bank (NY.GDP.PCAP.CD; EG.USE.PCAP.KG.OE), IEA World Energy Balances, Energy Institute Statistical Review of World Energy 2024, U.S. EIA International Energy Statistics, IMF World Economic Outlook, ERI
Öl: „No Chance“, dass der Preis niedrig bleibt

Der Ölmarkt steht unserer Einschätzung nach an einem strukturellen Wendepunkt:

  • Unterinvestitionen: Seit Jahren fließen zu geringe Mittel in neue Förderprojekte; gleichzeitig steigen regulatorische Auflagen und Kapitalkosten.
  • Kostenstruktur: Rund 70 Prozent der neuen Projekte benötigen langfristig Preise über 70 USD/Barrel, US-Schieferöl liegt kaum darunter (Grafik 2).
  • Strategische Marktpolitik: Der aktuell niedrige Ölpreis (~60 USD/Barrel (WTI)) ist primär das Resultat politisch motivierter Angebotsausweitungen durch Saudi-Arabien und OPEC+.

Trotz eines fiskalischen Break-even-Preises von rund 85-95 USD pro Barrel treibt Saudi-Arabien den Ölpreis kurzfristig selbst nach unten – aus strategischen Motiven: Marktanteile sichern, Konkurrenz unter Druck setzen und seine Führungsrolle in OPEC+ unterstreichen. Diese Politik ist kalkuliert: Riad kann niedrige Preise temporär aushalten, andere Produzenten nicht (Grafik 2). Wenn dieser taktische Vorstoß endet – und das wird er müssen, um den Saudi-Haushalt zu stabilisieren und die „Vision-2030“-Ausgaben (Regierungsprogramm von Saudi-Arabien) zu finanzieren – wird das Angebot schnell wieder reduziert werden; Ölpreise werden auf ein für Saudi-Arabien akzeptables Niveau von 85-95 USD pro Barrel ansteigen.

Gleichzeitig schwinden die freien OPEC-Kapazitäten: Bei einer globalen Nachfrage von rund 104 mmbbl/d und einem langfristigen Nachfragetrend von etwa +1 mmbbl/d pro Jahr werden die heutigen Reservekapazitäten in vier bis fünf Jahren aufgebraucht sein (Grafik 3).

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Grafik 2: Globale Break-even Kostenkurve +10% Rendite für ölproduzierende Länder. Während Saudi-Arabien einen niedrigen Ölpreis kurzfristig aushalten kann, benötigen viele andere Produzenten Ölpreise von mindestens USD 80/bbl. Quellen: BMO Capital Markets, Oil & Gas Global Cost Study – Oktober 2025, ERI
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Grafik 3: Die freien Kapazitäten der OPEC werden angesichts eines steigenden Ölverbrauchs (linke Achse) schon in wenigen Jahren aufgebraucht sein. Aktuell liegt die globale Ölnachfrage bei etwa 104 Millionen Barrel pro Tag (mmbbl/d), die historische Nachfrage stieg jährlich um etwa eine Million Barrel pro Tag. Quellen: IEA, EIA, OPEC, Rystad, ERI
Kupfer: Das „neue Öl“ der Energiewende
Kupfer erreichte unlängst neue Rekordhöhen von über 11.000 US-Dollar pro Tonne – weitgehend unbemerkt von vielen Investoren. Produktionsausfälle in Großminen, wie Grasberg (Indonesien) oder Kamoa-Kakula (Kongo), verschärfen die Lage zusätzlich. Dank seiner hervorragenden Leitfähigkeit (die beste nach Silber) sowie seiner breiten industriellen Nutzung ist Kupfer unverzichtbar für Elektromobilität, Infrastruktur, Datenzentren und Künstliche Intelligenz. Mittelgroße Produzenten sind angesichts hoher Margen attraktiv bewertet – ein überzeugendes Chance-Risiko-Profil. Kurzum: Ohne Kupfer gibt es keine Energiewende – daher ist es das strategisch wichtigste Industriemetall der kommenden Dekade.

Gezielte Positionierung mit dem Earth Exploration Fund UI (ISIN: DE000A1C2XE1 (EUR I))
Der beginnende Superzyklus eröffnet professionellen Anlegern ein außergewöhnlich attraktives Marktumfeld. Gold besitzt weiterhin erhebliches Potenzial, während Kupfer und Öl vor einer strukturellen Neubewertung stehen.

Wir sehen den stärksten langfristigen Treiber für höhere Rohstoffpreise in einer strukturell wachsenden Nachfrage, die auf ein chronisch unzureichendes Angebot trifft.
Rohstoffaktien bleiben im historischen Vergleich dabei günstig bewertet und könnten sich als bevorzugter Sektor in einem sich drehenden Marktumfeld erweisen. In diesem Zyklus wird eine präzise Titelselektion entscheidend sein.

Der Earth Exploration Fund UI verfolgt einen aktiven, taktisch orientierten Investmentansatz mit klarer Fokussierung auf qualitativ hochwertige Unternehmen aus dem globalen Rohstoffsektor, einschließlich Gold, Öl, Kupfer und Uran. Die Strategie ist darauf ausgerichtet, selektiv Chancen in einem sich aufhellenden Marktumfeld zu nutzen und überproportional an einer kommenden Aufwärtsphase zu partizipieren. Für institutionelle Anleger bietet der Fonds damit eine differenzierte Lösung zur gezielten Positionierung in einem strukturell attraktiven Segment.

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