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„Sicherer Hafen“ war gestern

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Erscheinungsdatum:

16. Juni 2025

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Wachsende Staatsverschuldung und politische Unsicherheiten erschüttern die Glaubwürdigkeit etablierter Anleihemärkte. Nicolas Glasek von Hansen & Heinrich zeigt, warum Anleger jetzt umdenken müssen – und welche Rolle Qualität, Liquidität und kurze Laufzeiten spielen.

Zinsen steigen, Vertrauen schwindet – Herausforderungen und Chancen an den Anleihemärkten

Die globalen Anleihemärkte stehen unter zu-

nehmendem Druck. Nicht mehr Konjunkturdaten, sondern fiskalische Risiken und politische Unsicherheiten dominieren das Geschehen. Was einst als sicherer Hafen galt – insbesondere US-Staatsanleihen – wird nun selbst zur Quelle der Unruhe.

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Autor: Nicolas Glasek, Hansen & Heinrich AG
ChampionsNews: Herr Glasek, Was bedeutet das für globale Anleihemärkte – und für uns als Investoren?

Nicolas Glasek: Beginnen wir in den USA: Die amtierende US-Administration war mit dem Anspruch angetreten, das Haushaltsdefizit sowie Teile der anstehenden Refinanzierung über höhere Zolleinnahmen und rigorose Einsparungen (DOGE) zu konsolidieren. In der Realität bleibt beides hinter den Erwartungen zurück.

Die jüngst vom Repräsentantenhaus verabschiedete “Big Beautiful Bill” sieht umfangreiche Steuererleichterungen vor – ohne klare Gegenfinanzierung. Das strukturelle Defizit verschärft sich, der Refinanzierungsbedarf wächst. Finanzminister Scott Bessent machte zuletzt klar, man wolle künftig aus dem Defizit herauswachsen. Der Rentenmarkt betrachtet dieses Narrativ mit Skepsis: Renditen langlaufender US-Treasuries steigen, ein klarer Ausdruck zunehmender Bonitätsbedenken.

Das ist keinesfalls eine neue Entwicklung. Globale Anleiherenditen befinden sich bereits seit dem Ende der Covid-Pandemie in einem anhaltenden Aufwärtstrend. Die letzten Bewegungen stellen lediglich die Beschleunigung eines intakten Aufwärtstrends in Renditen dar.

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Source: LSEG Datastream / Hansen & Heinrich AG
Das bedeutet die Zinsen steigen, weil das Vertrauen schwindet?

Der Markt signalisiert: Anleger verlangen eine höhere Risikoprämie – nicht nur wegen Inflationssorgen, sondern aufgrund wachsender Zweifel an fiskalischer Solidität. Die Zinsstrukturkurven weltweit versteilern sich. Vor allem am langen Ende ist ein erheblicher Abgabedruck zu beobachten. Ein nachhaltiges Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht in Sicht – zumal unklar bleibt, wo globale Notenbanken eine potenzielle Interventionsschwelle („Notenbank-Put“) ziehen würden. Mahnend wirkt in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Ausfallprämie für US-Anleihen. CDS-Prämien für US-Staatsanleihen sind seit Beginn des Jahres kontinuierlich angestiegen. Mit sogenannten Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen) können sich Investoren vor gestiegenen Ausfallwahrscheinlichkeiten absichern. Höhere Prämien indizieren einen höheren Bedarf an Absicherung.

Auch in Japan steigen die Renditen deutlich – getrieben durch eine historisch hohe Staatsverschuldung und anhaltende Wachstums- und Inflationssorgen. Die Folgen sind neue Höchststände bei den Renditen langfristiger japanischer Staatsanleihen.

In diesem Umfeld gewinnen deutsche Bundesanleihen als sicherheitsorientierte Anlage wieder an Bedeutung. Zwar sind auch hier die Renditen deutlich gestiegen – für 30-jährige Laufzeiten auf über 3,15 Prozent p. a. –, dennoch erscheinen sie im relativen Vergleich attraktiv.

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Als antizyklischer Investor könnte man jetzt sagen: „Die Renditen sind gestiegen und somit im Vergleich zu hochbewerteten Aktien attraktiver. Wir sehen Angst im Markt, indiziert durch höhere CDS-Prämien. – Eigentlich ein interessantes Set Up für Duration. Gerade langlaufende Bundesanleihen wirken attraktiver als Anleihen von höherverschuldeten Nationen wie Japan und den USA, oder?

Ja und Nein, auch wenn langlaufende Renditen von Bundesanleihen bisher in geringerem Maße als in anderen entwickelten Märkten angestiegen sind, so bieten Langläufer in Europa auf den aktuellen Niveaus keinesfalls eine risikofreie Rendite. Die Volatilität bleibt enorm hoch. Wer aufmerksam Rentenmärkte beobachtet, wird feststellen, dass gleichzeitig kurzfristige Anleihen in den jeweiligen Währungsräumen gesucht sind. Es ist also eine anhaltende Versteilerung der Zinsstruktur zu beobachten. Ein Graph der Renditen 30-jähriger Bunds abzüglich zweijähriger Bunds zeigt den klaren Bruch von historischen Trends der letzten Dekade zu einer immer flacheren Zinsstruktur. Wo das aktuelle Steepening sein Ende findet, vermag kaum jemand zu sagen, da wir uns, zumindest in Japan, in nie dagewesenen Höhen befinden. Historische Vergleiche könnten Investoren hier in Schwierigkeiten bringen.
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Source: LSEG Datastream / Hansen & Heinrich AG
Wie gehen Sie mit der aktuellen Situation am Markt um. Wo sehen Sie Chancen für Anleger?

Im WowiVermögen (AK A ISIN: DE000A2QCXC4 / AK P ISIN: DE000A3D05A7) setzen wir bewusst auf Qualität und Risikokontrolle. Das Anleiheportfolio besteht derzeit primär aus Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von rund drei Jahren. Ergänzt wird dies durch Pfandbriefe und kurzlaufende Staatsanleihen. Das Portfolio verfügt über einen Durchschnittskupon von zirka zwei Prozent p. a. Dieser verleiht dem Portfolio einen attraktiven natürlichen Carry und wirkt stabilisierend gegenüber Marktschwankungen. Wir konzentrieren uns auf die Vereinnahmung von Kreditrisikoprämien für qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen, während wir die Duration mit ca. drei relativ kurz halten, um unsere Anleger vor Schwankungen und temporären Kursverlusten zu schützen.

Fazit
Die Anleihemärkte befinden sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Wer besonnen und aktiv agiert, kann in diesem Umfeld jedoch attraktive Chancen nutzen – vorausgesetzt, er setzt auf Qualität, kurze Laufzeiten, hohe Liquidität und eine gezielte Diversifikation.

Disclaimer
©2025. Alle Rechte vorbehalten. Diese Publikation stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuches dar. Anlageentscheidungen sollten nur auf der Grundlage der aktuellen Verkaufsunterlagen (das Basisinformationsblatt, Verkaufsprospekt, Jahres- und Halbjahresberichte) getroffen werden, die die allein maßgeblichen Vertragsbedingungen enthalten. Historische Wertentwicklungen sind keine Garantie für eine ähnliche Entwicklung in der Zukunft. Diese ist nicht prognostizierbar. Alleinige Grundlage für den Anteilerwerb sind die Verkaufsunterlagen zu den jeweiligen Investmentvermögen, die kostenlos in deutscher Sprache bei Universal Investment sowie im Internet unter www.universal-investment.com erhältlich sind.

Eine Zusammenfassung Ihrer Anlegerrechte in deutscher Sprache finden Sie auf www.universal-investment.com/media/document/Anlegerrechte. Zudem weisen wir darauf hin, dass Universal Investment bei Fonds für die sie als Verwaltungsgesellschaft Vorkehrungen für den Vertrieb der Fondsanteile in anderen EU-Mitgliedstaaten getroffen hat, beschließen kann, diese gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU, insbesondere also mit Abgabe eines Pauschalangebots zum Rückkauf oder zur Rücknahme sämtlicher entsprechender Anteile, die von Anlegern in dem entsprechenden Mitgliedstaat gehalten werden, aufzuheben.

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