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PARTNER NEWS
"Zur Steuerung der Aktienquote nutzen wir unsere selbst entwickelte Börsenampel"
Erscheinungsdatum:
09. Dezember 2024
Der Mischfonds L&H Multi Strategie UI (ISIN DE000A1JBY86) hat mit einer Jahresrendite von über elf Prozent auf sich aufmerksam gemacht und schlägt sich damit deutlich besser als der Sektordurchschnitt.
ChampionsNews sprach mit den verantwortlichen Anlageberatern Matthias Lang und Matthias Hink über die Hintergründe, die Werttreiber ihrer Strategie und ihren Ausblick auf 2025.
Matthias Hink: Seit Auflage 2011 leitet das Ziel des realen Kapitalerhalts nach Kosten und Inflation unsere Strategie. Insofern messen wir unsere Leistung intern immer am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland. Wir wollen für Investoren eine verlässliche Basisanlage schaffen, die im Gegensatz zu eher offensiven Mischfonds steht.
Matthias Lang: Ich möchte anfügen, dass wir das Ziel des realen Kapitalerhalts selbst in wechselhaften Zeiten und bei niedrigem Zinsniveau auch immer erreicht haben.
Matthias Hink: Als Basisinvestment für den breiten Markt wollen wir den Fonds im neuen Jahr auch in einer provisionierten Anteilklasse zur Verfügung stellen. Damit wird der Vertrieb deutlich über unsere Heimatregion hinaus erweitert. Anlegerinnen und Anleger in ganz Deutschland können ihn dann als einen Kernbaustein in ihrem Portfolio einsetzen.
Der L&H Multi Strategie UI hat 2024 eine in seiner Vergleichsgruppe herausragende Performance gezeigt. Was waren die wesentlichen Treiber?
Hink: Ein Schlüssel für die sehr gute Performance 2024 war die Titelauswahl auf der Aktienseite. Wir haben in dieser Anlageklasse trotz der Entwicklungen im Jahr 2022 an Technologietiteln festgehalten. Das hat sich ausgezahlt. Auch Gold, als „Währung der letzten Instanz“, ist für uns eine strategische Position im Portfolio. Sie hat in diesem Jahr als Beimischung von knapp zehn Prozent ebenfalls zu den Performancetreibern gehört. Weitere wichtige Performancebeiträge kamen aus dem Rentenbereich – gerade bei Corporates, in denen wir unter den günstigen Einstiegsbedingungen des letzten Jahres Positionen aus der Liquidität heraus aufgebaut haben. In diesem Jahr konnte der Fonds dann von der Kursunterstützung bei sinkendem Zinsniveau zusätzlich profitieren.
Lang: Nicht nur in diesem Jahr zeigt uns die Performanceattribution, dass die Technologietitel einen ganz wesentlichen Beitrag zum ausgesprochen guten Ergebnis des Fonds geliefert haben. Wir sehen diesen Sektor auch weiterhin als strategischen Baustein in der Allokation des Fonds.
Grundsätzlich kann die Aktienquote des Fonds sehr aktiv gesteuert werden. In welcher Bandbreite bewegen Sie sich üblicherweise und welche Daten ziehen Sie zur Steuerung heran?
Lang: Rückblickend, über mehr als ein Jahrzehnt, wurde die Aktienquote zwischen 15 und 45 Prozent dynamisch angepasst. Das entspricht dem defensiven Charakter des Fonds. Aktuell liegen wir bei knapp 33 Prozent Aktienanteil. Zur Steuerung der Quote nutzen wir unsere selbst entwickelte Börsenampel. Ihr liegen fünf Aggregate zugrunde: darunter Konjunkturindikatoren, Trendfolgeindikatoren und auch Stimmungsindikatoren. Je nachdem, wie viele der Signale positiv für Aktien sind, steuern wir deren Anteil am Fondsportfolio.
Sie können mit der Strategie auch jenseits von Einzelwerten aus den Anlageklassen Aktien und Anleihen investieren. Welche weiteren Möglichkeiten und Vehikel setzen Sie gezielt ein?
Hink: Im Rahmen unserer strategischen Allokation in Alternative Investments nutzen wir Anlagevehikel, die zum Beispiel markneutrale Strategien oder solche mit negativem Beta verfolgen. Wir wählen hier die Produkte anderer Investmenthäuser nach gründlicher Analyse der dahinterstehenden Expertise. In der Niedrigzinsphase waren das für uns und das Ergebnis unserer Fondsstrategie wichtige Instrumente. Gegenwärtig haben wir die Positionen etwas abgebaut.
Lang: Wenn wir gegenüber spezifischen Märkten, wie etwa Japan, kurzfristig eine Exponierung aufbauen wollen, können wir dafür auch ETFs einsetzen. Das gilt zumindest dann, wenn es uns für den intendierten Portfoliobeitrag in diesem Segment nicht auf die Auswahl von Einzeltiteln ankommt.
In stark fallenden Märkten kann eine Absicherungsstrategie eingesetzt werden, um potenzielle Verluste, etwa aus Aktieninvestments, zu reduzieren. Wie gehen Sie dabei vor?
Lang: Die Absicherung geschieht in der Regel mittels Futures auf die großen Aktienindizes. Wir nutzen dieses Instrument, wenn die Börsenampel umspringt und wir beispielsweise eine Bruttoaktienquote von 45 Prozent aufgrund der Vorgaben der Ampel zügig auf 35 Prozent absenken wollen, um das Aktienrisiko für das Portfolio zu reduzieren.
Hink: Diese börsengehandelten, sehr liquiden Derivate eigenen sich sehr gut zur beabsichtigten schnellen Anpassung der Exponierung unseres Portfolios. Gegenparteirisiken werden dabei vermieden.
Wenn Sie Einzeltitel auf Aktien- oder Anleiheseite auswählen: Was sind jeweils die wichtigsten Kriterien für Ihre Selektion?
Lang: Wir unterscheiden deutlich bezüglich der Kriterien sowohl für die Anleihen- als auch für die Aktienauswahl. Bei Anleiheemittenten steht klar die Bonität im Vordergrund. Es geht um die Frage, ob wir davon ausgehen können, dass Zinsen gezahlt und das Kapital am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden kann. Bei Aktien legen wir Wert auf den vielzitierten Burggraben, das heißt auf unterschiedliche Kriterien, wie Erfahrung des Managements, hohe Eigenkapitalrenditen, eine geringe Verschuldung, ein attraktives Geschäftsmodell sowie eindeutige Wettbewerbsvorteile. Es kann also sein, dass wir Anleihen von ein und demselben Unternehmen kaufen, Aktien aber nicht. Aktuelles Beispiel wäre Volkswagen. Dass der Schuldendienst funktionieren wird, darf angenommen werden. Doch das Geschäftsmodell ist derzeit in Schwierigkeiten, klare Wettbewerbsvorteile oder hohe Eigenkapitalrenditen sind eher nicht in Sicht.
Hink: Für uns zählen nicht nur Zahlen, sondern auch der gesunde Menschenverstand. Wir verfügen über jahrzehntelange Kapitalmarkterfahrung, währenddessen wir Unternehmen beobachtet haben, die lange als marktführend galten und dann doch den Wandel verschlafen haben – Beispiel Nokia. Deshalb nehmen wir alle unsere Beobachtungen zusammen, um uns ein möglichst vollständiges Bild zu machen. In eben dieses fließen manchmal auch Eindrücke aus dem Alltagsleben ein, wie beispielsweise lange Schlangen vor Shops oder auch modische Trends.
Von welchen Überlegungen lassen Sie sich bei der Branchenallokation leiten?
Lang: Hier gilt, was wir bei der Aktienauswahl gesagt haben: Wir wollen in Aktien von Unternehmen investiert sein, die sinnbildlich über einen ausgeprägten Burggraben verfügen. Wenn wir heute viele sehr attraktive Unternehmen, beispielweise im Technologiesektor, finden, dann ist das zunächst einmal Fakt. Dieser kann zu einer Übergewichtung einzelner Branchen führen. Dennoch achten wir am Ende darauf, dass die Diversifikation unseres Portfolios, auch in Bezug auf Branchen, nicht ganz aus der Balance kommt.
Hink: Das gilt natürlich auch auf der Seite der Unternehmensanleihen. Im Anleiheportfolio besteht eine zusätzliche Risikostreuung durch die Mischung von Staats- und Unternehmensanleihen.
Grundsätzlich können Sie mit dem L&H Multi Strategie UI Chancen an den Anlagemärkten in aller Welt nutzen. Wo liegt derzeit Ihr regionaler Schwerpunkt, und wonach richtet sich die regionale Allokation?
Lang: Bei den Anleihen sind wir eher in Europa investiert. Bei den Aktien besteht auch bei der regionalen Verteilung ein Unterschied: Die USA bilden gegenwärtig den regionalen Schwerpunkt der Exponierung. Das ist bei uns nicht einem globalen Index wie dem MSCI World geschuldet, denn wir arbeiten völlig benchmarkunabhängig. Auf der Suche nach Unternehmen mit einem intakten Burggraben werden wir zurzeit in den USA eher fündig.
Der L&H Multi Strategie UI ist ein Fonds gemäß Artikel 8 SFDR. Wie ist die Nachhaltigkeitsselektion im Investmentprozess implementiert?
Hink: In Sachen Nachhaltigkeit arbeiten wir mit dem etablierten Experten EthiFinance (früher: imug rating) als Berater zusammen. Gemeinsam haben wir einen verbindlichen Prozess definiert. Jeder Anleiheemittent oder jedes Unternehmen, in dessen Aktien wir investieren wollen, muss vor der Investition den Filter von EthiFinance durchlaufen. So stellen wir sicher, dass unser Portfolio dem Set von Nachhaltigkeitskriterien genügt, die wir in einem sehr aufwändigen Entwicklungsprozess gemeinsam mit EthiFinance für unser Produkt festgelegt haben.
Dazu gehören strenge Ausschlüsse für Unternehmen aus bestimmten Branchen. Staaten, deren Anleihen wir ins Portfolio nehmen, müssen beispielsweise gewisse Scores bei den Analysen von Freedom House erreichen. Wenn wir in Fonds anderer Asset Manager investieren, verfolgen wir längerfristig das Ziel, nur Produkte auszuwählen, die für Investoren geeignet sind, die nachhaltigkeitsbezogene Ziele verfolgen.
Wo sehen Sie 2025 und darüber hinaus die wichtigsten Herausforderungen und wo die größten Chancen für ausgewogene gemischte Portfolios? Und wie, glauben Sie, kann sich die Strategie des L&H Multi Strategie UI in den unterschiedlichsten Marktphasen und Marktszenarien bewähren?
Lang: Grundsätzlich stellt jedes Jahr seine eigenen Herausforderungen. Das haben wir 2024 zu Beginn auch gesagt, dennoch konnte der L&H Multi Strategie UI seit Jahresbeginn eine Performance von 11 Prozent, Stand November 2024, erzielen. Ich möchte aber hier die Erwartungen etwas dämpfen. Renditen wie diese werden nicht in jedem Jahr zu erzielen sein, und einseitige Renditemaximierung entspricht auch nicht dem Ziel, das wir verfolgen, um Anlegern ein defensives Basisinvestment zur Verfügung zu stellen.
Dies vorausgeschickt, wird die erneute Präsidentschaft Donald Trumps sicher einen wichtigen Einfluss auf die Rahmenbedingungen für die wichtigen Anlageklassen haben. US-Aktien könnten mehr Rückenwind erhalten und trotz der vielleicht schon hohen Bewertungen noch attraktiv bleiben. Die angekündigten Zölle könnten sich für Unternehmen in Europa kurz- bis mittelfristig zusätzlich negativ auswirken.
Am Rentenmarkt dürfte die – nach den Steuersenkungsplänen Trumps weiter anziehende – US-Staatsverschuldung zu Verwerfungen führen. Deshalb würden wir uns tendenziell regional weiter mehr auf europäische Anleihen konzentrieren – nicht zuletzt, weil wir erwarten, dass der Zinssenkungszyklus in der Eurozone intakt bleibt.
Hink: Das ist unser grundsätzlicher Ausblick. Wir behalten aber immer unsere Börsenampel im Einsatz und werden sicher unterjährig bei den entsprechenden Signalen die Aktienquote in unserem Portfolio weiterhin sehr aktiv und dynamisch steuern. Denn wie in der Vergangenheit wollen wir die Volatilität im Fonds für Anleger auch in den unterschiedlichsten Marktphasen möglichst gering halten. Insgesamt sind wir mehr als zuversichtlich, das Minimalziel, also den realen Kapitalerhalt für Anleger, auch in Zukunft zu erreichen – wie im Durchschnitt seit Fondsauflage 2011.
Eine Zusammenfassung Ihrer Anlegerrechte in deutscher Sprache finden Sie auf www.universal-investment.com/media/document/Anlegerrechte. Zudem weisen wir darauf hin, dass Universal Investment bei Fonds für die sie als Verwaltungsgesellschaft Vorkehrungen für den Vertrieb der Fondsanteile in anderen EU-Mitgliedstaaten getroffen hat, beschließen kann, diese gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU, insbesondere also mit Abgabe eines Pauschalangebots zum Rückkauf oder zur Rücknahme sämtlicher entsprechender Anteile, die von Anlegern in dem entsprechenden Mitgliedstaat gehalten werden, aufzuheben.