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Erhalt und Wachstum: Die Multi-Asset-Philosophie von Troy

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Erscheinungsdatum:

20. Oktober 2025

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In einem exklusiven Interview mit Citywire erläutert Tom Yeowart, stellvertretender Chief Investment Officer bei Troy Asset Management  die Philosophie, den Prozess und die Positionierung einer Strategie, die darauf ausgerichtet ist, Kapital unter allen Marktbedingungen zu erhalten und zu vermehren.

Für diejenigen, die Troy Asset Management noch nicht gut kennen: Können Sie Ihr Unternehmen noch einmal vorstellen und erklären, was Sie von anderen unterscheidet?


Tom Yeowart: Troy wurde vor 25 Jahren von unserem CIO Sebastian Lyon und Arnold Weinstock, einem bekannten englischen Industriellen und Geschäftsmann, gegründet. Weinstock hatte die General Electric Company (GEC) zu einem bedeutenden britischen Industriekonzern transformiert. Nach seiner Pensionierung verfolgten seine Nachfolger eine aggressive Akquisitionspolitik und Weinstock verlor während des Platzens der Technologieblase einen Großteil seines Vermögens. Diese unangenehme Erfahrung prägte den Fokus von Troy: Kapitalerhalt.

Der Mathematik des Zinseszinses sind wir uns dabei bewusst: Verliert man 50 Prozent, muss man 100 Prozent gewinnen, um den Verlust auszugleichen. Unsere oberste Priorität ist der Kapitalerhalt, gefolgt von einem stetigen Wachstum über der Inflationsrate.

Diese klare Zielsetzung hat uns durch alle Marktzyklen begleitet, und unsere Strategie hat das Kapital in Stressphasen – von der Finanzkrise über die Pandemie bis hin zum jüngsten Ausverkauf – stets gut geschützt. So betrug unser Drawdown beispielsweise von Februar bis April dieses Jahres, als der MSCI World Index in Euro um etwa 20 Prozent fiel, nur 3,5 Prozent. Als Unternehmen befindet sich Troy Asset Management mehrheitlich im Besitz der Mitarbeitenden und verwaltet nur vier Kernstrategien. Diese bewusst fokussierte Struktur unterstützt langfristiges Denken und eine starke Ausrichtung auf unsere Kunden.

Wie beeinflusst Ihre Philosophie die Zusammensetzung des Portfolios im aktuellen Umfeld?

Yeowart: Unsere Grundsätze bleiben unverändert, aber um erfolgreich zu sein, müssen wir uns den Bedingungen anpassen. Der US-Dollar war für uns lange Zeit ein sicherer Hafen. Wie seine Schwäche während des Ausverkaufs im April gezeigt hat, könnte sich das jedoch in Zukunft ändern. Wir haben unser Nettoengagement in US-Dollar von 25 Prozent zu Jahresbeginn auf derzeit 10 Prozent reduziert. Wir haben über kurzlaufende japanische Staatsanleihen eine Position von 8 Prozent in japanischen Yen aufgenommen – einer weiteren Währung, die sich in Risikoaversionsphasen gut entwickelt hat.

Im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere waren wir der Ansicht, dass wir für das Durationsrisiko nicht ausreichend kompensiert wurden. Daher haben wir die Duration des Portfolios von rund 5,5 auf 2 Jahre reduziert. Das Aktienengagement liegt nahe bei unserem langfristigen Durchschnitt von 40 Prozent. Wir haben es im April durch den Kauf von Qualitätsaktien, die zu attraktiven Bewertungen gehandelt wurden, erhöht und hochwertige Titel, wie Alphabet und Agilent, hinzugefügt. Wir bleiben jedoch vorsichtig, da die Bewertungen insgesamt, insbesondere in den USA, hoch erscheinen.

Im Gegensatz zu anderen Multi-Asset-Fonds investieren Sie long-only, mit einem sehr selektiven Ansatz und geringer Umschlagshäufigkeit. Warum haben Sie sich für diesen Ansatz entschieden und welche Vorteile bietet er Anlegern?

Yeowart: Ein Multi-Asset-Anleger kann versucht sein, alles zu kaufen. Im Vergleich zu anderen Multi-Asset-Strategien halten wir die Dinge bewusst einfach. Wir konzentrieren uns auf vier Kernanlageklassen – Aktien, Anleihen, Gold und Währungen – und verfolgen einen stark aktienorientierten Ansatz, da Aktien der wichtigste Renditetreiber sind. Zudem glauben wir an die Kraft des Zinseszinses über einen längeren Zeitraum. Gleichzeitig wollen wir nur hochwertige Unternehmen ins Portfolio aufnehmen, die einen bedeutenden Beitrag zur langfristigen Performance leisten können. Gute Beispiele hierfür sind Microsoft und Visa. Beide halten wir seit mehreren Jahren und profitieren vom langfristigen strukturellen Wachstum.

Anstatt also häufige Umschichtungen vorzunehmen, konzentrieren wir uns darauf, die langfristigen Treiber des Unternehmenserfolgs zu verstehen. Dennoch bleiben wir in turbulenten Marktphasen flexibel. Wenn Aktienkurse stark fallen, wie während der Pandemie oder im April dieses Jahres, wollen wir entschlossen reagieren. In solchen Momenten steigt der Portfolioumschlag, bleibt aber langfristig niedrig.

Können Sie uns mehr über das Team hinter der Multi-Asset-Strategie erzählen? Wie führen Sie bei Troy Research durch und wie treffen Sie Anlageentscheidungen?

Yeowart: Wir haben ein Investmentteam, das vier Strategien abdeckt und eng zusammenarbeitet. Dabei gibt es erhebliche Überschneidungen bei den Aktienbeständen der verschiedenen Strategien. Die gemeinsamen Beteiligungen über alle Strategien hinweg sowie die langen Haltedauern fördern detaillierte Kenntnisse über die Unternehmen, an denen wir beteiligt sind, und ermöglichen so intensive Diskussionen und Debatten über die Zukunftsaussichten jedes einzelnen Unternehmens.

Jede Strategie hat auch ein eigenes Unterteam. Das Multi-Asset-Team besteht aus vier Personen: Sebastian Lyon, Charlotte Yonge, Marc de Vos und Michael Kinsella. Als stellvertretender CIO unterstütze ich die Teams.

Der Anlageprozess ist sehr kooperativ, aber die Anlageentscheidungen für die Multi-Asset-Strategie treffen jedoch letztendlich Charlotte Yonge und Sebastian Lyon.

Wie treffen Sie die richtige Entscheidung bezüglich der Asset-Allokation?

Yeowart: Unsere Vermögensaufteilung richtet sich in erster Linie nach den Aktienbewertungen. Generell streben wir über einen Marktzyklus hinweg einen Aktienanteil von 35 bis 65 Prozent an. In manchen Zeiten lag dieser Anteil allerdings bei nur 20 Prozent und in anderen dafür bei bis zu 70 Prozent. Über die letzten 25 Jahre sind zwei Drittel unserer Renditen auf Aktien zurückzuführen.

Gold ist seit 2005 ein Kernbestandteil unseres Portfolios und macht in der Regel 8 bis 12 Prozent des Bestands aus. Den Anteil von mindestens 8 Prozent streben wir an, um eine spürbare Wirkung zu erzielen, vermeiden jedoch gleichzeitig einen höheren Anteil als 12 Prozent, um das Konzentrationsrisiko zu verringern. Da sich Gold in letzter Zeit sehr gut entwickelt hat, haben wir unsere Bestände reduziert, um innerhalb dieser Bandbreite zu bleiben.

Unser Engagement in festverzinslichen Wertpapieren hängt davon ab, wo wir Potenzial sehen. Häufig sind dies inflationsgebundene Anleihen. Zudem halten wir einen Liquiditätsanteil in Bargeld und sehr kurzlaufenden Staatsanleihen. Das Währungsengagement wird sorgfältig gesteuert. Wir wählen Vermögenswerte nie rein aus Währungsgründen aus, sondern betrachten Währungen als sekundären Faktor, hauptsächlich als Instrument des Kapitalerhalts.

Ihre Strategie legt den Schwerpunkt auf die Auswahl von Qualitätsunternehmen zu angemessenen Bewertungen. Wie definieren Sie Qualität und wie schützen Sie sich davor, zu viel dafür zu bezahlen?

Yeowart: Bei der Auswahl von Qualitätsunternehmen konzentrieren wir uns auf solche mit starken Wettbewerbsvorteilen, nachhaltigem Wachstum, soliden Bilanzen und hohen Kapitalrenditen. Diese Unternehmen reinvestieren gleichzeitig häufig in Innovationen, um anpassungsfähig zu bleiben. Bei der Bewertung bleiben wir diszipliniert und warten auf die richtige Gelegenheit zum Einstieg.

Kürzlich haben wir beispielsweise den US-amerikanischen Komponentenhersteller Hubbell in unser Portfolio aufgenommen. Das Unternehmen stellt wichtige Elektroprodukte für Versorgungsunternehmen, das Stromnetz, den Bausektor und die Industrie her. Hubbell verfügt dank Investitionen in Elektrifizierung und Infrastruktur über ein solides Finanzprofil als auch ein unterschätztes Wachstumspotenzial.

Ein weiteres Beispiel ist das Unternehmen Verisign, das die Registrierungsstelle für die Top-Level-Domains .com und .net betreibt. Nachdem wir das Unternehmen über einen längeren Zeitraum beobachtet hatten, kauften wir Anteile im Juni letzten Jahres zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 20, nachdem es zuvor bei 40 gelegen hatte. Seitdem hat die Aktie rund 50 Prozent zugelegt.

Warum glauben Sie, dass Troys Multi-Asset-Strategie aktuell für Investoren besonders interessant sein kann?

Yeowart: Es geht nicht darum, ob unsere Strategie heute oder morgen die richtige ist – sie ist für alle, die ihr Vermögen schützen und stetig vermehren möchten, jederzeit relevant.
Sie wurde entwickelt, um Anlegern Sicherheit zu geben. Wenn Investoren also auf ein angemessenes Risiko sowie langfristige Renditen ohne große Schwankungen abzielen, bietet diese Strategie eine überzeugende Lösung.

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